Wie funktioniert das Reizen beim Bridge?
Das Reizen ist der Teil des Bridgespiels, der Einsteigern am meisten Respekt einflößt. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie die Reizung funktioniert, was die wichtigsten Gebote bedeuten und wie Sie selbstsicher einsteigen.
Kurz gesagt: Beim Reizen bieten die vier Spieler reihum, um sich auf einen Kontrakt zu einigen: wie viele Stiche die Partnerschaft verspricht und welche Farbe Trumpf wird, oder ob ganz ohne Trumpf gespielt wird. Jedes Gebot beschreibt die Stärke und Verteilung der eigenen Karten in Hochkartenpunkten. Wer zuerst 12 bis 13 Punkte hält, eröffnet meist mit einem Gebot auf Stufe eins. Danach antwortet der Partner, bis beide Seiten passen oder ein Kontrakt feststeht.
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Was ist das Reizen beim Bridge eigentlich?
Bevor beim Bridge auch nur eine Karte gespielt wird, verständigen sich die vier Spieler durch Gebote miteinander. Diese Phase heisst Reizung. Jedes Gebot besteht aus einer Stufe (1 bis 7) und einer Farbe oder Sans Atout, zum Beispiel 1 Pik oder 3 Sans Atout. Ein Gebot ist immer ein Versprechen: Wer 4 Herz bietet, verspricht, mit Herz als Trumpf mindestens zehn der dreizehn Stiche zu gewinnen.
Die Reizung ist also keine freie Unterhaltung, sondern ein festes System aus Regeln. Jeder Spieler darf der Reihe nach entweder höher bieten, passen, doppeln oder redoppeln. Bieten drei Spieler hintereinander pass, endet die Reizung und das letzte Gebot wird zum Kontrakt.
Welche Rangfolge haben die Farben beim Reizen?
Damit jedes Gebot eindeutig höher oder niedriger ist als das vorherige, haben die vier Farben und Sans Atout eine feste Rangfolge:
Ein Gebot von 1 Herz ist also höher als 1 Karo, aber niedriger als 1 Pik. Um nach 1 Pik zu überbieten, muss man entweder auf Stufe 2 gehen oder Sans Atout wählen. Diese feste Ordnung ist der Grund, warum die Reizung nie stehen bleibt: Jedes neue Gebot muss höher sein als das letzte.
Wann und womit eröffnet man die Reizung?
Der erste Spieler mit ausreichend Punkten eröffnet die Reizung. Die Stärke eines Blattes wird in Hochkartenpunkten gemessen:
Mit 12 bis 13 Punkten eröffnet man in der Regel auf Stufe eins in der längsten Farbe. Ein ausgeglichenes Blatt mit 15 bis 17 Punkten eröffnet meist mit 1 Sans Atout. Ab 22 Punkten ist die Hand so stark, dass man mit dem künstlichen und forcierenden Gebot 2 Kreuz beginnt. Die genauen Schwellenwerte und alle Ausnahmen finden Sie im Ratgeber Wieviele Punkte braucht man zum eröffnen? und in der Übersicht Eröffnungsgebote.
Wie antwortet der Partner auf die Eröffnung?
Sobald der Partner eröffnet hat, muss der Antwortende dessen Gebot einordnen und mit einer eigenen Beschreibung reagieren: passen bei sehr wenig Punkten, die eröffnete Farbe unterstützen, eine eigene lange Farbe zeigen oder bei einer Eröffnung von 1 Sans Atout eine der beiden Standardantworten Stayman oder Jacoby Transfer nutzen. Der ausführliche Ablauf steht im Ratgeber Antwort auf 1 Sans Atout.
Was sind Bridge-Konventionen?
Konventionen sind Gebote mit einer vereinbarten, oft künstlichen Bedeutung, die beide Partner im Voraus kennen. Sie helfen, Informationen präziser auszutauschen, als es mit rein natürlichen Geboten möglich wäre. Die drei wichtigsten Konventionen für Einsteiger sind:
Stayman
Fragt den Partner, ob er eine vierkartige Oberfarbe hält.
Nach 1 Sans AtoutJacoby Transfer
Zeigt eine fünfkartige Oberfarbe und übergibt die Rolle des Alleinspielers.
Vor Einem SchlemmBlackwood
Fragt mit 4 Sans Atout, wie viele Asse der Partner hält.
Bei Sehr Starken BlätternSchlemm-reizen
Wie man einen Small Slam oder Grand Slam sicher findet.
Was passiert, wenn die Gegner auch bieten?
Bridge wird selten in Ruhe gereizt. Sobald ein Gegner ein Gebot der eigenen Eröffnung folgen lässt, spricht man von einem Overcall oder, bei starken Verteilungshanden mit wenig Punkten, von einem preemptiven Gebot. Beide Techniken sollen die Kommunikation der Gegenseite stören, indem sie Reizraum wegnehmen. Mehr dazu in den Ratgebern Overcall beim Bridge und Preemptives reizen.
Welche Reizfehler machen Einsteiger am häufigsten?
Fast jeder Einsteiger macht am Anfang dieselben Fehler: mit zu wenig Punkten eröffnen, eine Konvention vereinbaren und dann vergessen, oder den Partner mit einem zu optimistischen Gebot überbieten. Das ist ein ganz normaler Teil des Lernprozesses. Eine ausführliche Liste mit Beispielen finden Sie unter Häufige Reizfehler.
Wie übt man das reizen am besten?
Reizen lernt man nicht aus einem Buch allein, sondern durch Wiederholung. Funbridge eignet sich gut, um allein gegen eine geduldige Künstliche Intelligenz zu üben, Bridge Base Online (BBO) bietet echte Tische rund um die Uhr. Die Lernplattform turnierbridge.de des Deutschen Bridge-Verbands bietet zudem strukturierte Kurse, die über die Grundlagen hinausgehen. Nutzen Sie zusätzlich unseren Reiz-Spickzettel als schnelle Gedächtnisstütze am Tisch.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Reizen beim Bridge?
Das Reizen ist die Phase vor dem Kartenspiel, in der die vier Spieler reihum Gebote abgeben, um die Stärke ihrer Blätter mitzuteilen und sich auf einen Kontrakt zu einigen: die Anzahl der versprochenen Stiche und die Trumpffarbe.
Wie viele Punkte braucht man, um zu eröffnen?
In der Regel braucht man mindestens 12 bis 13 Hochkartenpunkte, um die Reizung zu eröffnen. Mit einer langen Farbe oder guter Verteilung kann man mitunter auch mit etwas weniger eröffnen.
Was bedeutet Sans Atout beim Bridge?
Sans Atout, oft mit SA abgekürzt, bedeutet, dass keine Farbe Trumpf ist. Alle Stiche werden allein nach der Kartenhöhe innerhalb der ausgespielten Farbe entschieden.
Welche Farbe hat beim Reizen den höchsten Rang?
Pik hat von den vier Farben den höchsten Rang, gefolgt von Herz, Karo und Kreuz. Sans Atout steht über allen vier Farben.
Was ist die Stayman-Konvention?
Stayman ist ein Gebot von 2 Kreuz nach einer Eröffnung von 1 Sans Atout. Es fragt den Partner, ob er eine vierkartige Oberfarbe, also Herz oder Pik, hält.
Muss man Konventionen auswendig lernen, um Bridge zu spielen?
Nein. Man kann mit rein natürlichem Reizen und solidem Punktezählen gut spielen. Die meisten Einsteiger fügen zuerst Stayman und Jacoby Transfer hinzu und lernen weitere Konventionen erst mit wachsender Erfahrung.