Wann und womit eröffnet man beim Bridge?
Die Eröffnung ist das erste Gebot einer Reizung und legt den Grundstein für alles, was danach folgt. Dieser Ratgeber zeigt, welches Eröffnungsgebot zu welchem Blatt passt.
Kurz gesagt: Man eröffnet mit 12 oder mehr Hochkartenpunkten. Bei einer fünfkartigen oder längeren Farbe eröffnet man in dieser Farbe auf Stufe eins. Ein ausgeglichenes Blatt mit 15 bis 17 Punkten eröffnet mit 1 Sans Atout, mit 20 bis 21 Punkten mit 2 Sans Atout. Ab 22 Punkten, unabhängig von der Verteilung, beginnt man mit dem künstlichen und forcierenden Gebot 2 Kreuz. Ein gutes sechskartiges Blatt mit nur 6 bis 10 Punkten eröffnet dagegen preemptiv mit einer schwachen Zwei.
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Die Grundregel zum eröffnen
Als Faustregel braucht man 12 bis 13 Hochkartenpunkte, um die Reizung zu eröffnen:
Mit weniger als 12 Punkten und ohne besondere Verteilung passt man normalerweise. Die genauen Schwellenwerte pro Eröffnungstyp erklärt der Ratgeber Wieviele Punkte braucht man zum eröffnen?.
Eröffnung in einer Farbe
Mit einer fünfkartigen oder längeren Farbe eröffnet man diese Farbe auf Stufe eins, zum Beispiel 1 Pik oder 1 Herz. Dieses System, bekannt als Fünfkarten-Oberfarben-System, ist Standard in fast allen modernen Reizsystemen und wird im Ratgeber 5er-Oberfarben-System genauer erklärt. Hat man zwei Farben gleicher Länge, eröffnet man bei zwei Fünferfarben die höhere, bei zwei Viererfarben die niedrigere.
Eröffnung in Sans Atout
Ein ausgeglichenes Blatt, meist mit der Verteilung 4-3-3-3, 4-4-3-2 oder 5-3-3-2 und keiner fünfkartigen Oberfarbe, eröffnet in Sans Atout. Mit 15 bis 17 Punkten ist das 1 Sans Atout, die wohl beschreibendste Eröffnung des Spiels. Mit 20 bis 21 Punkten eröffnet man stattdessen 2 Sans Atout.
Die starke 2-Kreuz-Eröffnung
Ab 22 Punkten, unabhängig von der genauen Verteilung, ist das Blatt zu stark für eine normale Eröffnung auf Stufe eins. Man beginnt stattdessen mit dem künstlichen, forcierenden Gebot 2 Kreuz. Es sagt nichts über die Kreuzfarbe aus, sondern zeigt ausschliesslich extreme Stärke und verlangt vom Partner, mindestens einmal zu antworten.
Schwache und Preemptive Eröffnungen
Mit einer guten sechskartigen Farbe, aber nur 6 bis 10 Punkten, eröffnet man preemptiv, meist mit einer schwachen Zwei-Eröffnung in Karo, Herz oder Pik. Bei noch längeren Farben und ähnlich wenig Kraft sind auch Eröffnungen auf Stufe drei oder vier möglich. Der Zweck ist nicht, die eigene Stärke zu zeigen, sondern den Gegnern Reizraum wegzunehmen. Mehr dazu in den Ratgebern Schwache zwei-Eröffnung und Preemptives reizen.
Alle Eröffnungen in einer Tabelle
| Punkte | Verteilung | Eröffnung |
|---|---|---|
| 6 bis 10 | Gute sechskartige Farbe | Schwache Zwei |
| 12 bis 14 | Ausgeglichen | 1 in der besseren Nebenfarbe |
| 12 oder mehr | Fünfkartige oder längere Farbe | 1 in dieser Farbe |
| 15 bis 17 | Ausgeglichen | 1 Sans Atout |
| 20 bis 21 | Ausgeglichen | 2 Sans Atout |
| 22 oder mehr | Jede Verteilung | 2 Kreuz, künstlich |
Häufig gestellte Fragen
Womit eröffnet man beim Bridge?
Man eröffnet mit dem Gebot, das die eigene Punktzahl und Verteilung am genauesten beschreibt: meist die längste Farbe auf Stufe eins oder Sans Atout bei ausgeglichener Verteilung.
Wie viele Punkte braucht man für 1 Sans Atout?
Für eine Eröffnung von 1 Sans Atout braucht man 15 bis 17 Punkte bei ausgeglichener Verteilung ohne fünfkartige Oberfarbe.
Was bedeutet die Eröffnung 2 Kreuz?
2 Kreuz ist eine künstliche, forcierende Eröffnung für sehr starke Blätter ab etwa 22 Punkten, unabhängig von der Kreuzfarbe selbst.
Was ist eine schwache Zwei-Eröffnung?
Eine schwache Zwei zeigt eine gute sechskartige Farbe mit nur 6 bis 10 Punkten und dient dazu, den Gegnern Reizraum wegzunehmen.
Welche Farbe eröffnet man bei zwei gleich langen Farben?
Bei zwei fünfkartigen Farben eröffnet man die ranghöhere, bei zwei vierkartigen Farben die rangniedrigere.