Was bedeuten Nord, Süd, Ost und West beim Bridge?
Bridge nutzt eine eigene Sprache für Sitzplätze und Rollen. Sobald Sie diese wenigen Begriffe verstanden haben, wird jede Erklärung, jedes Buch und jede Online-Partie deutlich klarer.
Kurz gesagt: Die vier Sitzplätze am Bridgetisch heißen Nord, Süd, Ost und West. Nord und Süd bilden eine Partnerschaft, Ost und West die andere, wobei sich Partner immer gegenübersitzen. Zusätzlich zu den Sitzplätzen gibt es Rollen, die sich jede Runde neu verteilen: Geber, Alleinspieler, Blinder und Gegenspieler.
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Warum nutzt Bridge Himmelsrichtungen als Sitzplätze?
Die Bezeichnungen Nord, Süd, Ost und West stammen aus den frühen Tagen des Spiels und dienen einem einfachen Zweck: Sie sind eindeutig und unabhängig davon, wo Sie tatsächlich sitzen. Egal ob Sie im Verein, zu Hause oder online spielen, jede Analyse einer Hand nutzt dieselben vier Bezeichnungen, sodass Bücher, Lehrmaterial und Diskussionen mit anderen Spielern immer verständlich bleiben.
Wer sind die Partner am Bridgetisch?
Nord und Süd bilden eine Partnerschaft, Ost und West die andere. Die beiden Partner sitzen sich am Tisch immer gegenüber, während die beiden gegnerischen Spieler links und rechts von Ihnen sitzen. Während einer Runde arbeiten Sie ausschließlich mit Ihrem Partner zusammen und versuchen gemeinsam, entweder den Kontrakt zu erfüllen oder ihn zu verhindern.
Was macht der Geber beim Bridge?
Der Geber teilt die Karten aus und eröffnet die Reizung, das heißt, er bietet als Erster oder passt als Erster. Diese Rolle bringt keinen besonderen Vorteil, sie wandert nach jeder Runde einfach eine Position im Uhrzeigersinn weiter, sodass über einen Abend hinweg jeder Spieler gleich oft Geber ist.
Wer wird Alleinspieler beim Bridge?
Alleinspieler wird derjenige, der innerhalb seiner Partnerschaft die siegreiche Farbe (oder Sans Atout) zuerst genannt hat, unabhängig davon, wer das höchste Gebot abgegeben hat. Der Alleinspieler trägt die Verantwortung, den Kontrakt zu erfüllen, und spielt dafür sowohl sein eigenes Blatt als auch das des Blinden.
Was ist die Rolle des Blinden beim Bridge?
Der Blinde ist der Partner des Alleinspielers. Nachdem der Gegner links vom Alleinspieler ausgespielt hat, legt der Blinde seine 13 Karten offen auf den Tisch. Ab diesem Moment trifft der Alleinspieler alle Entscheidungen für beide Blätter, der Blinde spielt selbst keine Karte mehr aus eigenem Ermessen. Für viele Einsteiger ist das zunächst überraschend, gehört aber zu den Eigenheiten, die Bridge so besonders machen.
Wer sind die Gegenspieler und was ist Ihre Aufgabe?
Die beiden Spieler, die nicht zur Partnerschaft des Alleinspielers gehören, werden Gegenspieler genannt. Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam zu verhindern, dass der Alleinspieler seinen Kontrakt erfüllt. Da beide Gegenspieler ihre eigenen Karten verdeckt halten, ist Verteidigung oft anspruchsvoller als das Spiel des Alleinspielers, weil weniger Informationen offen auf dem Tisch liegen. Mehr dazu im Ratgeber Verteidigungssignale.
Was bedeuten LHO und RHO beim Bridge?
In Bridge-Literatur und Diskussionen zwischen Spielern begegnen Ihnen häufig die Abkürzungen LHO und RHO. Sie stammen aus dem Englischen: "Left Hand Opponent" (Gegner zu Ihrer Linken) und "Right Hand Opponent" (Gegner zu Ihrer Rechten). Beide Begriffe sind immer relativ zu Ihrer eigenen Sitzposition gemeint, nicht zu einer festen Himmelsrichtung.
Diese Begriffe sind besonders praktisch, um Regeln unabhängig von der tatsächlichen Sitzordnung zu beschreiben. Zum Beispiel: "Der Gegenspieler links vom Alleinspieler (LHO des Alleinspielers) macht das Ausspiel" gilt unabhängig davon, ob der Alleinspieler gerade Nord, Süd, Ost oder West ist.
Wie wechseln die Rollen von Runde zu Runde?
Die Sitzplätze Nord, Süd, Ost und West bleiben über einen Abend meist gleich, aber die Rollen Geber, Alleinspieler, Blinder und Gegenspieler wechseln bei jeder neuen Runde, je nachdem, wie die Reizung ausgeht. Das sorgt dafür, dass alle vier Spieler abwechselnd unterschiedliche Aufgaben übernehmen und keine Position dauerhaft im Vorteil ist.
Ein Beispiel: Positionen über eine ganze Runde verfolgt
Süd ist Geber und eröffnet mit Ein Pik. West, Nord und Ost bieten, bis der Kontrakt bei Vier Pik landet, geboten von Süd. Da Süd innerhalb seiner Partnerschaft als Erster Pik genannt hat, wird Süd zum Alleinspieler, auch wenn Nord das letzte Gebot abgegeben hat.
West sitzt links von Süd und macht deshalb das Ausspiel, die erste Karte der Runde. Nord ist der Partner von Süd und wird zum Blinden: Nord legt sein Blatt offen auf den Tisch und trifft von diesem Moment an keine eigenen Entscheidungen mehr. Ost und West sind die Gegenspieler und versuchen gemeinsam, den Kontrakt Vier Pik zu verhindern.
Nach dieser Runde wandert der Geber eine Position weiter zu West, und bei der nächsten Reizung können sich Alleinspieler, Blinder und Gegenspieler wieder völlig neu verteilen, unabhängig davon, wer diesmal welche Rolle hatte.
Schnellübersicht: Bridge-Positionen auf einen Blick
| Position oder Rolle | Was sie bedeutet |
|---|---|
| Nord, Süd, Ost, West | Feste Sitzplatzbezeichnungen, unabhängig von der tatsächlichen Ausrichtung im Raum |
| Geber | Teilt die Karten aus und eröffnet die Reizung, wechselt jede Runde im Uhrzeigersinn |
| Alleinspieler | Hat die siegreiche Farbe zuerst genannt, spielt beide Blätter der eigenen Partnerschaft |
| Blinder | Partner des Alleinspielers, legt sein Blatt offen und spielt selbst nicht mehr mit |
| Gegenspieler | Die beiden Spieler der gegnerischen Partnerschaft, verteidigen gemeinsam gegen den Kontrakt |
| LHO / RHO | Gegner zu Ihrer Linken bzw. Rechten, relativ zur eigenen Sitzposition |
Häufig gestellte Fragen
Wer sitzt wem gegenüber beim Bridge?
Nord sitzt Süd gegenüber, Ost sitzt West gegenüber. Diese beiden Paare bilden jeweils eine Partnerschaft.
Was macht der Blinde beim Bridge?
Der Blinde legt nach dem Ausspiel sein Blatt offen auf den Tisch. Ab diesem Moment spielt der Alleinspieler beide Blätter, der Blinde trifft selbst keine Entscheidungen mehr.
Wechselt der Geber bei jeder Runde?
Ja. Das Geben wandert nach jeder Runde eine Position im Uhrzeigersinn weiter, sodass über einen Abend hinweg jeder Spieler gleich oft an der Reihe ist.
Was ist der Unterschied zwischen Alleinspieler und Gegenspieler?
Der Alleinspieler versucht, den in der Reizung vereinbarten Kontrakt zu erfüllen und spielt dafür beide Blätter seiner Partnerschaft. Die beiden Gegenspieler arbeiten zusammen, um genau das zu verhindern.
Warum sieht man beim Bridge die Karten des Partners?
Sobald ein Kontrakt feststeht, legt der Partner des Alleinspielers, der Blinde, sein Blatt offen auf den Tisch. Das gehört zu den Grundregeln von Bridge und gibt dem Alleinspieler die Möglichkeit, beide Hände strategisch zu planen.