Was sind die Regeln von Bridge?
Diese Übersicht fasst die Regeln zusammen, die Sie für ein zwangloses Spiel zu Hause oder im Verein brauchen. Für den offiziellen Turnierbetrieb gelten zusätzliche Regeln des Deutschen Bridge-Verbands.
Kurz gesagt: Bridge wird mit 52 Karten von vier Spielern in zwei Partnerschaften gespielt. Nach dem Geben folgt die Reizung, bei der sich die Partnerschaften auf einen Kontrakt einigen. Danach wird gespielt: wer eine Farbe ausspielt, zwingt die anderen, wenn möglich zu bedienen, und die höchste Karte oder der höchste Trumpf gewinnt den Stich. Am Ende wird verglichen, ob der Kontrakt erfüllt wurde.
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Was braucht man zum Bridgespielen?
Sie brauchen ein normales Blatt mit 52 Karten, vier Spieler und einen quadratischen Tisch. Die vier Spieler bilden zwei Partnerschaften: die Spieler, die sich gegenübersitzen, spielen zusammen. Die Sitzplätze werden nach Himmelsrichtungen benannt, mehr dazu im Ratgeber Bridge Positionen.
Wie werden die Karten beim Bridge gegeben?
Der Geber mischt die Karten, der Spieler zu seiner Rechten hebt ab, und die Karten werden anschließend verdeckt im Uhrzeigersinn ausgeteilt, bis jeder Spieler 13 Karten hat. Nach jeder Runde wandert das Geben eine Position weiter im Uhrzeigersinn.
Welche Regeln gelten bei der Reizung?
Beginnend beim Geber bietet jeder Spieler reihum. Ein Gebot besteht aus einer Zahl (die Anzahl der Stiche über sechs hinaus) und einer Farbe oder Sans Atout. Jedes neue Gebot muss höher sein als das vorherige: entweder eine größere Zahl oder dieselbe Zahl in einer ranghöheren Farbe.
Die Rangfolge der Farben von niedrig nach hoch: Kreuz, Karo, Herz, Pik, Sans Atout. Statt zu bieten, kann ein Spieler auch passen, kontrieren (doublieren) oder redoublieren. Die Reizung endet, sobald drei Spieler in Folge passen.
Was bedeutet Farbzwang (bedienen) beim Bridge?
Farbe bedienen
Wird eine Farbe ausgespielt und Sie besitzen eine Karte dieser Farbe, müssen Sie sie spielen.
Ohne passende Karte
Haben Sie keine Karte der ausgespielten Farbe, dürfen Sie eine beliebige andere Karte spielen, auch Trumpf.
Freiwillig abwerfen
Wer nicht bedienen kann und nicht trumpfen möchte, wirft eine Karte einer anderen Farbe ab.
Der Blinde spielt nicht selbst
Seine Karten werden vom Alleinspieler ausgewählt und gespielt.
Welche Regeln gelten für den Blinden beim Bridge?
Sobald der Gegenspieler links vom Alleinspieler das Ausspiel gemacht hat, legt der Blinde alle 13 Karten offen und nach Farben sortiert auf den Tisch. Von diesem Moment an trifft der Blinde keine eigenen Entscheidungen mehr: Der Alleinspieler sagt an, welche Karte aus dem Blinden gespielt wird, und der Blinde legt genau diese Karte in die Tischmitte.
Der Blinde darf während der ganzen Runde nicht auf sein eigenes Blatt hinweisen, keine Ratschläge geben und sich auch sonst nicht in den Spielverlauf einmischen. Er darf allerdings darauf hinweisen, wenn ein Gegenspieler nicht bedient hat, obwohl er es müsste. Diese Zurückhaltung fühlt sich für Einsteiger oft ungewohnt an, gehört aber zu den festen Regeln des Spiels.
Wie gewinnt man einen Stich beim Bridge?
Wird kein Trumpf gespielt, gewinnt die höchste Karte der ausgespielten Farbe den Stich. Wird eine Trumpfkarte gespielt und keine höhere folgt, gewinnt diese Trumpfkarte, selbst wenn sie niedriger ist als die ausgespielte Farbe. Wer den Stich gewinnt, spielt als Nächstes aus, und genau dieser Ablauf wiederholt sich, bis alle 13 Stiche gespielt sind.
Welche Rolle spielt der Trumpf beim Bridge?
Wurde in der Reizung eine Farbe als Trumpf festgelegt, schlägt jede Karte dieser Farbe alle Karten der anderen drei Farben, unabhängig von ihrem Wert. Ein einfacher Bube in Trumpf gewinnt also gegen ein Ass in einer anderen Farbe, sobald diese nicht bedient werden kann. Wurde Sans Atout gereizt, gibt es keinen Trumpf, und nur die ausgespielte Farbe zählt.
Was passiert, wenn ein Spieler nicht bedient, obwohl er könnte?
Wird nachträglich festgestellt, dass ein Spieler nicht bedient hat, obwohl er eine passende Karte hatte, gilt das als Regelverstoß, auch Farbzwangfehler genannt. Im Heimspiel wird das meist unkompliziert korrigiert, im Turnierbridge gibt es dafür feste Ausgleichsregeln des DBV. Für den entspannten Heimtisch reicht es, ehrlich zu korrigieren und weiterzuspielen.
Wie sieht eine ganze Bridge-Runde in der Praxis aus?
Um alle Regeln zusammenzubringen, hier eine typische Runde von Anfang bis Ende. Der Geber mischt und teilt aus, jeder Spieler erhält 13 Karten und sortiert sie nach Farben. Beim Zählen der Hochkartenpunkte stellt West fest, dass er 14 Punkte und eine lange Herz-Farbe hält, und eröffnet mit Ein Herz.
Ost zeigt mit Zwei Herz Unterstützung, West erkennt die gemeinsame Stärke und springt auf Vier Herz. Nord und Süd passen beide Male, und nach drei Pässen in Folge steht der Kontrakt fest: Vier Herz, gespielt von West als Alleinspieler.
Süd, links von West, spielt die erste Karte aus. Ost legt als Blinder sein Blatt offen auf den Tisch. West übernimmt nun die Kontrolle über beide Hände und muss von den 13 möglichen Stichen mindestens 10 gewinnen, wobei jede Herzkarte automatisch jede Karte einer anderen Farbe schlägt. Nach 13 gespielten Stichen wird gezählt: Hat West mindestens 10 Stiche gewonnen, ist der Kontrakt erfüllt, und die Wertung wird entsprechend eingetragen.
Gibt es auch Regeln zur Etikette beim Bridge?
Ja. Neben den reinen Spielregeln gehört zu Bridge auch ein Verhaltenskodex, etwa dass man während der Reizung ruhig bleibt und keine Zusatzinformationen über Tonfall oder Tempo gibt. Die wichtigsten Punkte finden Sie im Ratgeber Bridge Etikette.
Gelten beim Turnierbridge andere Regeln als zu Hause?
Reizung und Kartenspiel folgen denselben Grundregeln. Beim Turnierbridge (Duplicate Bridge) kommen zusätzliche Regeln zur Wertung und zum fairen Ablauf hinzu, etwa weil dieselben Karten an mehreren Tischen gespielt werden. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber Turnierbridge erklärt und Rubberbridge vs Turnierbridge.
Wo finde ich alle Bridge-Regeln an einem Ort?
Diese Seite deckt alle Regeln ab, die Sie für ein entspanntes Spiel zu Hause oder im Verein brauchen. Für den offiziellen Turnierbetrieb veröffentlicht der Deutsche Bridge-Verband das vollständige Regelwerk, ergänzt um die internationalen Turnierregeln der World Bridge Federation. Für den Einstieg reicht diese Übersicht völlig aus, und Sie können die offiziellen Regeln später nachlesen, sobald Sie regelmäßig im Verein spielen.
Weiterlesen: Wie spielt man Bridge? →
Häufig gestellte Fragen
Muss man beim Bridge Farbe bedienen?
Ja. Wird eine Farbe ausgespielt und Sie besitzen eine Karte dieser Farbe, müssen Sie sie spielen. Nur wenn Sie keine passende Karte haben, dürfen Sie eine beliebige andere Karte spielen.
Was passiert bei einem Farbzwangfehler?
Im Heimspiel wird der Fehler meist einfach korrigiert und weitergespielt. Im offiziellen Turnierbridge gelten feste Ausgleichsregeln des Deutschen Bridge-Verbands, die je nach Situation unterschiedliche Strafen vorsehen.
Wie viele Karten bekommt jeder Spieler beim Bridge?
Jeder der vier Spieler erhält 13 Karten aus dem vollständigen 52-Karten-Blatt.
Was ist Trumpf beim Bridge?
Trumpf ist die Farbe, die während der Reizung als besonders stark festgelegt wurde. Jede Karte dieser Farbe schlägt Karten der anderen drei Farben, unabhängig vom eigentlichen Kartenwert.
Gibt es offizielle Bridge-Regeln auf Deutsch?
Ja, der Deutsche Bridge-Verband veröffentlicht das offizielle Regelwerk auf seiner Webseite und über die Lernplattform turnierbridge.de.
Darf der Blinde beim Bridge mitreden?
Nein. Sobald der Blinde sein Blatt offen auf den Tisch gelegt hat, trifft er keine eigenen Entscheidungen mehr und darf während der Runde keine Ratschläge geben. Er darf lediglich darauf hinweisen, wenn ein Gegenspieler nicht bedient hat, obwohl er müsste.
Wie geht es weiter?
Bridge-Regeln Schnellübersicht: was erlaubt ist und was nicht
| Situation | Erlaubt | Nicht erlaubt |
|---|---|---|
| Sie haben die ausgespielte Farbe | Diese Farbe spielen | Eine andere Farbe spielen, auch nicht Trumpf |
| Sie haben die ausgespielte Farbe nicht | Trumpf spielen oder eine andere Farbe abwerfen | Entfällt in diesem Fall |
| Sie sind der Blinde | Auf einen Farbzwangfehler des Gegners hinweisen | Eigene Karten auswählen oder Ratschläge geben |
| Sie sind Alleinspieler | Jede Karte aus dem Blinden ansagen | Karten des Gegners einsehen |
| Während der Reizung | In normaler, gleichbleibender Tonlage bieten | Durch Tonfall oder Tempo zusätzliche Informationen geben |
Diese Übersicht deckt die Situationen ab, die Einsteiger am häufigsten verwirren. Für die vollständigen Regeln zu jeder einzelnen Situation lesen Sie die Abschnitte weiter oben auf dieser Seite.
Was passiert bei einem Reiz- oder Spielfehler?
Beim entspannten Heimspiel wird ein Fehler meist einfach besprochen und korrigiert, ohne dass jemand deswegen ein schlechtes Gefühl haben muss. Jeder Spieler, auch mit Jahrzehnten Erfahrung, verspielt sich gelegentlich oder bietet ein Gebot, das er eigentlich nicht wollte.
Im offiziellen Turnierbridge gelten dagegen feste Ausgleichsregeln des Deutschen Bridge-Verbands, die je nach Fehlerart unterschiedliche Konsequenzen vorsehen, etwa eine eingeschränkte Auswahl an Karten für den Fehlerverursacher oder eine Anpassung der Wertung. Diese Regeln wirken auf den ersten Blick streng, sollen aber vor allem sicherstellen, dass kein Paar durch einen Fehler des Gegners einen unfairen Vorteil bekommt. Wer nur zu Hause oder in einer zwanglosen Vereinsrunde spielt, muss sich darüber zunächst keine Gedanken machen.