Wie spielt der Alleinspieler seine Karten richtig aus?
Der wichtigste Unterschied zwischen einem Anfänger und einem erfahrenen Alleinspieler liegt nicht im Kartenglück, sondern in einer einzigen Gewohnheit: einen Spielplan zu machen, bevor die erste Karte fällt.
Kurz gesagt: Bevor Sie als Alleinspieler die erste Karte spielen, zählen Sie Ihre sicheren Stiche, überlegen sich, woher zusätzliche Stiche kommen könnten, und identifizieren die größte Gefahr für den Kontrakt. Erst danach spielen Sie die erste Karte aus, nach einem festen Plan statt nach Gefühl.
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Warum ein Spielplan so wichtig ist
Sobald der Blindmann seine Karten aufgedeckt hat, sehen Sie als Alleinspieler beide Hände Ihrer Partnerschaft komplett. Das ist ein großer Vorteil gegenüber den Verteidigern, die nur ihre eigenen Karten kennen, dieser Vorteil geht aber verloren, wenn Sie einfach drauflos spielen, statt sich kurz Zeit zu nehmen.
Ein Spielplan bedeutet nicht, jede einzelne Karte im Voraus festzulegen. Es reicht, sich vor der ersten eigenen Karte drei einfache Fragen zu stellen, die im nächsten Abschnitt erklärt werden.
Die drei Schritte eines Spielplans
Spielplan in drei Fragen
Ein durchgerechnetes Beispiel
Sie spielen 4 Pik. Sie zählen neun sichere Stiche zwischen Ihrer Hand und dem Blindmann. Sie brauchen also einen zusätzlichen Stich, den Sie durch eine Finesse in Karo gewinnen können. Gleichzeitig sehen Sie, dass die Gegner in Kreuz stark sein könnten, sodass ein zu frühes Ausspiel dieser Farbe gefährlich wäre.
Mit diesem Wissen spielen Sie zuerst Trumpf, um die Gegner vom Abtrumpfen abzuhalten, danach die Karo-Finesse für den zehnten Stich, und vermeiden es, Kreuz selbst anzuspielen. Dieser Plan stand bereits fest, bevor die erste Karte gefallen ist.
Die richtige Reihenfolge der Farben
Als grobe Faustregel gilt: In einem Farbkontrakt zunächst Trumpf ziehen, damit die Gegner keine eigenen Verlierer mehr abtrumpfen können, es sei denn, Sie brauchen zuerst einen Trumpfstich im Blindmann, um Verlierer selbst abzutrumpfen. In Sans Atout gibt es kein Trumpf zu ziehen, dort zählt vor allem, welche lange Farbe Sie zuerst etablieren, um genug Stiche zu sammeln.
Wie verwalten Sie Ihre Einstiege richtig?
Einstiege bewusst einteilen
Ein Einstich ist eine Karte, mit der Sie eine bestimmte Hand erreichen. Die meisten scheinbar "unglücklichen" Kontrakte scheitern in Wirklichkeit an fehlenden Einstichen, nicht an schlechter Kartenverteilung. Gewinnen Sie den ersten Stich in der Hand, die einen späteren Einstich am Leben hält, blockieren Sie nie Ihre eigene lange Farbe, indem Sie hohe Karten aus der falschen Hand abräumen, und lassen Sie manchmal bewusst einen Stich liegen, um die Verbindung zwischen beiden Händen zu erhalten.
Nur finessieren, wenn es wirklich nötig ist
Eine Finesse setzt auf die Lage einer fehlenden Ehrenkarte und gelingt ungefähr in der Hälfte der Fälle. Nutzen Sie sie, wenn kein sichererer Weg zu den benötigten Stichen führt, und vermeiden Sie sie, wenn ein garantierter Weg existiert. Im Zweifel gilt: nicht finessieren, sondern die sicheren Gewinner abräumen und die Verteidiger Ihr Problem lösen lassen. Mit wachsender Erfahrung lernen Sie, die Hand genauer abzuzählen, siehe unseren Ratgeber zum Karten zählen, sodass eine fünfzig-fünfzig-Finesse zunehmend durch eine fast sichere Schlussfolgerung ersetzt wird. Alle Finesse-Arten im Detail finden Sie in unserem Ratgeber zur Finesse beim Bridge.
Der häufigste Anfängerfehler
Der häufigste Fehler ist, die erste eigene Karte fast automatisch zu spielen, meist eine hohe Karte, ohne vorher die drei Fragen aus dem Spielplan durchzugehen. Das führt oft dazu, dass ein Kontrakt fällt, der bei etwas Planung sicher gewonnen worden wäre.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Spielplan beim Bridge?
Ein Spielplan ist die kurze Überlegung, die Sie als Alleinspieler vor der ersten Karte anstellen: wie viele Stiche Sie sicher haben, woher zusätzliche Stiche kommen, und wo die größte Gefahr für den Kontrakt liegt.
Warum sollte ich zuerst Trumpf ziehen?
Weil die Gegner sonst mit einer kurzen Nebenfarbe Ihre eigenen Verlierer abtrumpfen könnten. Es gibt Ausnahmen, etwa wenn Sie selbst noch Verlierer im Blindmann abtrumpfen müssen.
Wie zähle ich meine sicheren Stiche?
Zählen Sie alle Karten in beiden Händen zusammen, die garantiert einen Stich gewinnen, unabhängig davon, wie die restlichen Karten verteilt sind, etwa Ass und König derselben Farbe.
Was mache ich, wenn mir Stiche zum Kontrakt fehlen?
Überlegen Sie, ob eine lange Farbe zusätzliche Stiche bringt, ob eine Finesse infrage kommt, oder ob Sie durch Abtrumpfen von Verlierern im Blindmann Stiche gewinnen können.