Kompetitives Reizen

Was ist ein preemptives Gebot?

Nicht jedes hohe Gebot zeigt Stärke. Preemptive Gebote tun genau das Gegenteil: Sie nutzen eine schwache Hand mit langer Farbe, um den Gegnern die Reizung zu erschweren.

Kurz gesagt: Ein preemptives Gebot ist ein Gebot, das ungewöhnlich hoch für die eigene Punktzahl liegt, meist mit nur 6 bis 10 Punkten, aber einer sehr langen Farbe von sechs oder mehr Karten. Der Zweck ist nicht, die eigene Stärke zu beschreiben, sondern den Gegnern Reizraum wegzunehmen und ihnen die Verständigung zu erschweren. Typische Beispiele sind schwache Zwei-Eröffnungen sowie Eröffnungen auf Stufe drei oder vier mit noch längeren Farben.

Die Grundidee hinter preemptiven Geboten

Normalerweise beschreibt jedes Gebot die eigene Stärke möglichst genau. Preemptive Gebote drehen dieses Prinzip bewusst um. Sie nutzen die Tatsache, dass man mit einer sehr langen Farbe auch mit wenig Punkten viele eigene Stiche gewinnen kann, um früh auf eine hohe Stufe zu springen und den Gegnern damit wertvollen Reizraum zu nehmen.

Welche Hand eignet sich für ein preemptives Gebot?

Die klassische Voraussetzung ist eine gute Farbe von sechs oder mehr Karten bei gleichzeitig wenig Nebenwerten, meist 6 bis 10 Punkten. Wichtig ist, dass die Hand ausserhalb der langen Farbe wenig beizutragen hat. Eine Hand mit mehreren kurzen, aber starken Nebenfarben eignet sich weniger gut, da sie eher für ein normales Gebot geeignet ist.

Preemptive Gebote auf verschiedenen Stufen

GebotÜbliche FarblängePunkte
Schwache zwei-Eröffnung6 Karten6 bis 10
Eröffnung auf Stufe 37 Karten5 bis 9
Eröffnung auf Stufe 48 KartenSehr wenig, sehr lange Farbe

Die schwache Zwei-Eröffnung wird im eigenen Ratgeber Schwache zwei-Eröffnung ausführlich behandelt.

Welches Risiko geht man mit einem preemptiven Gebot ein?

Ein preemptives Gebot kann scheitern und dem Gegner Strafpunkte einbringen. Dieses Risiko wird bewusst in Kauf genommen, weil der Nutzen meist grösser ist: Die Gegner haben oft eine bessere gemeinsame Kombination, finden sie aber wegen des fehlenden Reizraums nicht mehr rechtzeitig. Man spricht deshalb von einem kalkulierten Tausch: kleinere eigene Verluste gegen grössere gegnerische Nachteile.

Wie reagiert der Partner auf ein preemptives Gebot?

Der Partner eines preemptiven Eröffners sollte die begrenzte Punktzahl respektieren und nicht von einer starken Hand ausgehen. Ein Aufstieg in der Farbe ist meist nur mit eigener Unterstützung sinnvoll, ein neues Gebot in einer anderen Farbe verlangt in der Regel eigene Stärke, da der Eröffner selbst kaum mehr beisteuern kann.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein preemptives Gebot beim Bridge?

Ein ungewöhnlich hohes Gebot bei wenig Punkten, aber einer sehr langen Farbe, das den Gegnern Reizraum wegnehmen soll.

Wie viele Punkte braucht man für ein preemptives Gebot?

Meist 6 bis 10 Punkte bei einer Farbe von sechs oder mehr Karten, je länger die Farbe, desto weniger Punkte sind nötig.

Warum bietet man mit so wenig Punkten so hoch?

Weil eine lange Farbe viele eigene Stiche verspricht und der Reizraum, den man den Gegnern damit wegnimmt, oft wertvoller ist als das eigene Risiko.

Was ist der Unterschied zwischen einer schwachen Zwei und einer Eröffnung auf Stufe drei?

Eine schwache Zwei zeigt meist sechs Karten, eine Eröffnung auf Stufe drei meist sieben, mit entsprechend weniger Punkten.

Wie sollte der Partner auf ein preemptives Gebot reagieren?

Er sollte die begrenzte Punktzahl respektieren und nur mit eigener echter Stärke oder Unterstützung weiterbieten.

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