Strategie · Handbewertung

Was ist die Verliererzählung (Losing Trick Count)?

Sobald Ihre Partnerschaft einen Trumpf-Fit gefunden hat, wird die Verliererzählung oft genauer als reines Punktezählen, weil sie direkt beschreibt, wie viele Stiche in einer Hand fehlen könnten.

Kurz gesagt: Die Verliererzählung, im Englischen Losing Trick Count oder LTC genannt, zählt statt der Gewinnpunkte einer Hand die möglichen Verlierer: Ass, König und Dame jeder Farbe zählen als Gewinner, alle anderen Karten in den ersten drei Positionen jeder Farbe als möglicher Verlierer. Addieren Sie die Verlierer beider Hände Ihrer Partnerschaft und ziehen Sie das Ergebnis von 18 ab, um das ungefähre Spielniveau zu schätzen.

Was die Verliererzählung ist

Hochkartenpunkte sind eine gute erste Einschätzung einer Hand, sagen aber wenig darüber aus, wie gut zwei Hände zusammenpassen, sobald ein Trumpf-Fit gefunden ist. Die Verliererzählung dreht die Perspektive um: Statt zu fragen, wie stark eine Hand ist, fragt sie, wie viele Stiche diese Hand voraussichtlich verlieren wird.

Diese Methode wird meist erst eingesetzt, nachdem ein Fit von mindestens acht gemeinsamen Trumpfkarten gefunden wurde, vorher ist die klassische Punktezählung die zuverlässigere Grundlage.

So zählen Sie Ihre Verlierer

Betrachten Sie in jeder Farbe nur die ersten drei Karten (die höchsten drei, falls Sie mehr als drei halten). Ass, König und Dame zählen jeweils als Gewinner, jede andere Karte in diesen ersten drei Positionen zählt als Verlierer.

Verlierer pro Farbe

Ass-König-Dame
0 Verlierer, alle drei Karten sind Gewinner.
Ass-König-klein
1 Verlierer, die dritte Karte zählt als Verlierer.
klein-klein-klein
3 Verlierer, keine der drei Karten ist ein Gewinner.
Singleton (eine Karte)
Maximal 1 Verlierer, unabhängig vom Wert der Karte.

Die Formel für das Spielniveau

Addieren Sie die Verlierer Ihrer Hand mit den Verlierern der Hand Ihres Partners, den dieser durch sein Gebot ungefähr angezeigt hat. Ziehen Sie diese Summe von 18 ab. Das Ergebnis ist ungefähr das Spielniveau, das Ihre Partnerschaft anstreben sollte.

Beispiel der Grundformel: 18 minus die Summe der Verlierer beider Hände ergibt das geschätzte Spielniveau. Bei insgesamt 14 Verlierern ergibt das 4, also Spiel auf der Vierstufe (Game) in einer Oberfarbe.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Ihre Hand hat 7 Verlierer, Ihr Partner hat mit seiner Eröffnung eine Standardhand mit etwa 7 Verlierern angezeigt. Zusammen macht das 14 Verlierer. 18 minus 14 ergibt 4, was für ein Spiel auf der Vierstufe in der gemeinsamen Oberfarbe spricht, sofern der Trumpf-Fit von mindestens acht Karten gesichert ist.

Wo die Methode an ihre Grenzen stößt

Die Verliererzählung setzt einen bereits gefundenen Trumpf-Fit voraus und funktioniert am besten bei relativ ausgeglichenen Verteilungen. Bei sehr ungewöhnlichen Verteilungen, etwa langen Nebenfarben ohne Bildkarten, kann sie ungenauer werden als eine sorgfältige klassische Punktezählung. Die meisten erfahrenen Spieler nutzen beide Methoden nebeneinander, statt sich blind auf eine einzige zu verlassen.

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich die Verliererzählung statt Hochkartenpunkten nutzen?

Sobald Ihre Partnerschaft einen sicheren Trumpf-Fit von mindestens acht Karten gefunden hat, liefert die Verliererzählung oft eine genauere Einschätzung des richtigen Spielniveaus.

Wie viele Verlierer zählt ein Ass ohne Begleitung?

Ein Ass zählt immer als Gewinner, unabhängig davon, ob es von weiteren Karten begleitet wird.

Was ist die Grundformel der Verliererzählung?

18 minus die Summe der Verlierer beider Hände Ihrer Partnerschaft ergibt das ungefähre anzustrebende Spielniveau.

Funktioniert die Verliererzählung bei jeder Hand gleich gut?

Nein. Bei sehr ungewöhnlichen Verteilungen kann die klassische Punktezählung zuverlässiger sein. Viele Spieler nutzen beide Methoden gemeinsam.

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