Was ist das Standard-amerikanische Reizsystem?
Fast alle Beispiele in diesem Ratgeber folgen demselben natürlichen System. Hier finden Sie die Übersicht, wie die einzelnen Bausteine zu einem zusammenhängenden Ganzen werden.
Kurz gesagt: Das Standard-amerikanische Reizsystem, oft auch SAYC genannt, ist ein natürliches Reizsystem mit fünfkartigen Oberfarben-Eröffnungen, einer Spanne von 15 bis 17 Punkten für 1 Sans Atout, den Konventionen Stayman und Jacoby Transfer als Standard sowie einer künstlichen, starken 2-Kreuz-Eröffnung ab etwa 22 Punkten. Es ist eines der am weitesten verbreiteten natürlichen Systeme weltweit und die Grundlage für alle Beispiele in diesem Ratgeber.
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Was ist das Standard-amerikanische Reizsystem?
Das Standard-amerikanische Reizsystem, im Englischen oft mit SAYC abgekürzt, ist ein natürliches Reizsystem, bei dem jedes Gebot möglichst direkt die eigene Verteilung und Punktzahl beschreibt. Es ist eines der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Systeme weltweit und bildet die Grundlage für alle Reizbeispiele in diesem Ratgeber.
Die wichtigsten Bausteine im Überblick
| Element | Regel |
|---|---|
| Oberfarben-Eröffnung | Fünf Karten oder mehr, siehe 5er-Oberfarben-System |
| 1 Sans Atout | 15 bis 17 Punkte, ausgeglichen |
| 2 Kreuz | Künstlich, stark, etwa 22 Punkte oder mehr |
| Stayman | Standard nach 1 Sans Atout |
| Jacoby Transfer | Standard nach 1 Sans Atout |
| Schwache Zwei | 6 bis 10 Punkte, sechskartige Farbe |
Warum gilt es als natürliches System?
Ein System gilt als natürlich, wenn die meisten Gebote genau das bedeuten, was sie zeigen: Ein Gebot in Herz zeigt in der Regel wirklich Länge in Herz. Nur wenige Gebote, wie 2 Kreuz oder Stayman, sind künstlich vereinbart und weichen von dieser Grundregel ab. Diese Mischung aus überwiegend natürlichem Reizen mit gezielten künstlichen Ausnahmen macht das System sowohl logisch nachvollziehbar als auch präzise.
Welche Systeme spielt man in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Der Deutsche Bridge-Verband schreibt kein einzelnes System für den Vereinsspielbetrieb vor. In der Praxis spielen viele deutschsprachige Partnerschaften natürliche Systeme, die dem hier beschriebenen Standard-amerikanischen Reizsystem sehr ähnlich sind, teils mit lokalen Anpassungen. Wer sich einem Verein oder einer Turnierrunde anschliesst, sollte die genauen Vereinbarungen am besten direkt mit dem eigenen Partner und, bei Turnieren, über die Konventionskarte klären. Mehr dazu im Ratgeber Bridge-Konventionskarte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Standard-amerikanische Reizsystem?
Ein natürliches Reizsystem mit fünfkartigen Oberfarben-Eröffnungen, 1 Sans Atout mit 15 bis 17 Punkten und den Standardkonventionen Stayman und Jacoby Transfer.
Ist das Standard-amerikanische Reizsystem in Deutschland üblich?
Viele deutschsprachige Partnerschaften spielen natürliche Systeme, die diesem sehr ähnlich sind, oft mit kleinen lokalen Anpassungen.
Was bedeutet natürliches Reizen?
Dass die meisten Gebote direkt das zeigen, was sie beschreiben, zum Beispiel Länge in der genannten Farbe, im Gegensatz zu rein künstlichen Vereinbarungen.
Welche Gebote sind in diesem System künstlich?
Vor allem 2 Kreuz als starke Eröffnung sowie die Konventionen Stayman und Jacoby Transfer nach 1 Sans Atout.
Muss man dieses System spielen, um Bridge zu lernen?
Nein, es gibt viele gültige Systeme. Dieses System eignet sich aber gut als klare, weit verbreitete Grundlage für Einsteiger.